Moment mal, da fehlt doch noch was… 

Nacktschnecken im Mai – Ein Epilog

In den drei Jahren, die seit meiner Begegnung mit Jonathan vergangen sind, habe ich vielen Leuten diese Geschichte erzählt. Und fast immer kam am Ende die Frage: „Und jetzt? Wie ist es denn ausgegangen? Habt Ihr Euch wiedergetroffen? Wenn das alles so toll und unglaublich war, seid Ihr dann jetzt nicht zusammen? Das kann doch noch nicht alles gewesen sein?!“
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Nacktschnecken im Mai – Teil 10

Oder: Wie mir das Leben, die Liebe und eine österreichische Rockband passierte

– Eine Liebesgeschichte in 10 Akten –

Und dann, wieder ein paar Wochen später, nach einem dramatischen Wanda-Konzert, bei dem wir wie die Königskinder umeinander herum getanzt sind, uns seziert und beobachtet und mit Blicken eingecheckt haben, um dann doch nicht miteinander zu sprechen, weil es uns beide überfordert hat, sitzen wir jetzt auf seinem Fußboden. Ich in Jacke und Schal und vollkommen verheult. Er im Pulli und mit wirren Locken, ebenso verheult. Wir sind erschöpft. Erschöpft von allem, erschöpft von dieser krassen Intensität, die wir weder annehmen, noch loslassen können, die wir einfach nicht fassen können. Er hat nicht den Mut zu springen, sagt er. Und ich bin irgendwie genauso überfordert. Nicht nur seine Hosenbeine sind zu kurz.
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Nacktschnecken im Mai – Teil 9

Oder: Wie mir das Leben, die Liebe und eine österreichische Rockband passierte

– Eine Liebesgeschichte in 10 Akten –

Irgendwann sitzen wir wieder auf dunkelrotem Samt. Diesmal auf einem Sofa. Und wieder in einer Bar. Wir besprechen gerade, warum das mit uns nicht geht. Das heißt, er sagt mir gerade, warum er es nochmal mit seiner Ex-Freundin probieren möchte, probieren muss, um sich später nicht irgendwann vorzuwerfen, was gewesen wäre, wenn.
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Nacktschnecken im Mai – Teil 8

Oder: Wie mir das Leben, die Liebe und eine österreichische Rockband passierte

– Eine Liebesgeschichte in 10 Akten –

Nach diesem Abend, über die nächsten Wochen, verliert die Geschichte von Flash und mir ihre Leichtigkeit. Die hat sich wacker geschlagen, die Gute. Sie hat alles probiert, alles versucht, sich in ihrer flirrenden Zartheit festzusetzen. Aber sie ist zu leicht für die Schwere.
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Nacktschnecken im Mai – Teil 7

Oder: Wie mir das Leben, die Liebe und eine österreichische Rockband passierte

– Eine Liebesgeschichte in 10 Akten –

Als ich aufwache, ist die Welt nicht mehr so, wie sie war. Es ist Samstag, der 14. November 2015. Ich höre in den Nachrichten die Berichte über den Anschlag in Paris am Abend zuvor. Ich bin geschockt. Meine Euphorie der letzten Tage weicht einem diffusen Gefühl der Angst und Traurigkeit. Da ist sie wieder, die Melancholie. Jetzt kann sie richtig zuschlagen.
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Nacktschnecken im Mai – Teil 6

Oder: Wie mir das Leben, die Liebe und eine österreichische Rockband passierte

– Eine Liebesgeschichte in 10 Akten –

Unfähig, mich auf irgend etwas zu konzentrieren, schmeiße ich mir schnell einen Pulli und eine Hose über und kämme mir kurz die Haare. Mehr geht gerade nicht. Ich sprinte los.
Fassungslos sitze ich in der Straßenbahn und versuche, Sinn aus all dem zu machen, was in den letzten 24 Stunden passiert ist. Es gelingt mir nicht.
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Liebe ist eine Weltanschauung…

Nacktschnecken im Mai – Teil 5

Oder: Wie mir das Leben, die Liebe und eine österreichische Rockband passierte

– Eine Liebesgeschichte in 10 Akten –

Ich hab scheinbar nicht lange geschlafen. Durch die Vorhänge schimmert ganz leicht der zartrosa Morgenhimmel – es muss also noch recht früh sein. Ich liege da, mit geschlossenen Augen, und höre die gleichmäßigen, tiefen Atemzüge neben mir. Ganz wohlig ist es mir dabei.
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Berlin

Zum Tag der Deutschen Einheit

Ich habe mir in diesem Jahr viele Gedanken über meine Liebe zu Berlin gemacht, darüber, was mich immer an dieser Stadt angezogen hat und das, was mich mittlerweile irritiert. Ich habe darüber nachgedacht, ob ich mal wieder einen Ortswechsel brauche und wegziehen möchte. Oder ob es ein drittes Leben für mich in Berlin geben kann. Denn ich habe bereits zwei Berlin-Leben hinter mir. Beide dauerten jeweils sechs Jahre und waren komplett unterschiedlich geprägt, von einem bestimmten – und völlig gegensätzlichen – Lebensmodell, Menschen und Orten, die ich so nur in der jeweiligen Phase erleben konnte. Für beide bin ich dankbar, Berlin war sehr großzügig zu mir. Trotzdem erlebe ich momentan ganz klar, dass mein zweites Leben in Berlin zu Ende geht.
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Nacktschnecken im Mai – Teil 4

Oder: Wie mir das Leben, die Liebe und eine österreichische Rockband passierte

– Eine Liebesgeschichte in 10 Akten –

Als wir uns umdrehen, finden wir uns an einer Straßenecke wieder, vor einer Bar. ‚Crossroads‘ heißt sie schicksalsschwer. Und genau diesem ergeben wir uns dann auch. Denn sie hat tatsächlich noch geöffnet. Euphorisch reißen wir die Tür auf – nur der Blick des Barkeepers erinnert uns daran, dass wir von einer Karnevalsparty kommen.
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